seitenlageWas ist passiert? Nun, kurz gesagt: Es musste sich mal wieder ein Hund selbstverwirklichen. Einige Skater kamen hier vorbei, mit dem wohl etwa einjährigen Magyar-Viszla im Schlepptau. Natürlich ohne Leine, das ist ja lästig.

Dagegen spricht ja auch erstmal überhaupt nichts. Hunde möchten und müssen auch mal frei laufen und sich austoben. Die Leine zum Hund sollte ja sowieso unsichtbar sein.

Kapiert haben das die wenigsten, und noch weniger Leute schaffen es, das umzusetzen. Ihrem Hund einfachste Benimmregeln beizubringen. Hundeschule? Das hat es früher auch nicht gegeben. Außerdem haben wir schon immer Hunde gehabt! (O.k., Opa hat auch schon immer die kleinen Katzen ersäuft....) Das ist jetzt ein wenig zynisch. Aber auch bei Hunden geht die Erziehung immer mehr in Richtung antiautoritär, nur ja immer Gutmensch sein! Das funktioniert aber nicht, genauso wenig wie bei anderen Spezies.

Der arme kleine Magyar hat bereits Lunte gerochen, ist schon im Jagdfieber, geiert auf unsere Ziegen, die hinterm Haus laufen. Noch sind diese Hundebesitzerflaschen vor der Hofpforte, Anke hält unsere 86-jährige Oma vom Betreten der Straße wohlweislich ab. Wenn man unbedacht auf unsere kleine Straße tritt, kann vor lauter Skatern und Rennradlern auch mal schnell ein Oberschenkelhalsbruch rausspringen. Wenigstens rollt die Karawane weiter und Anke ruft noch was von "vielleicht mal an die Leine nehmen", aber da ist die Bagage schon weg.

wunde sondierenAuf dem nächsten Hof, 50m weiter, macht Hundi dann auch wieder seine eigene Nummer: Er checkt mal eben auf fressbare Tiere. Zum Glück ist der kleine Fipsi gerade nicht da, Katzen und Hühner auch nicht, sondern nur die Pferde. Eine Nummer zu groß. Sie erschrecken zum Glück nicht sonderlich. Und weiter. Ich bin jung, ich bin fit und es macht mir Spaß, mich auszutoben!

Hundis restliche Meute ist ja auf ihren Inlinern auch schon voll auf "weiter", sie schert sich nicht um die Exkursionen ihres Kindersatzes. Paradoxerweise letztlich die einzige Möglichkeit, ihn da weg zu bekommen. Wenn er schon nicht auf Kommandos hört. Er hat nur Angst, den Anschluss zu verpassen, sonst würde er sich jetzt schon um die Ziegen kümmern.

Dumm ist, das es sich bei unserem Sträßchen um eine Sackgasse handelt. Das ganze Geraffel kommt also wieder zurück. Dumm auch, dass Anke zwischenzeitlich zum Einkaufen gefahren ist. Toll ist, dass die Nachbarn mitbekommen, dass irgendwelche Leute auf Inline-Skates auf der Weide rumstöckeln, um den ausser Rand und Band geratenen Köter vom Jagen der Ziegen abzuhalten. Ganz super, dass sie beherzt einschreiten und die Leute flottmachen! Sehr schade allerdings, dass niemand die Adresse der Leute aufschreibt. Diese denken da naturgemäß als letzte dran. Habens auch nicht nötig, vielleicht am nächsten Tag mal nachzufragen, ob alles in Ordnung ist.

Ich meine, bauchdass solche Hundebesitzer richtig ordentlich eines zwischen die Hörner bekommen müssen. Wieso denken die denn, dass sich ihr Hund selbstverwirklichen muss oder darf? Das geht nicht, und nicht nur im urbanen Raum. Köti hat sich zu benehmen, gefälligst die Fresse zu halten und noch nicht mal auf den Gehweg zu kacken. Oder?

Das sind doch genau die Leute, die allen netten Hunden und korrekten Hundebesitzern das Leben schwer machen und dafür sorgen, dass immer noch mehr Gesetze und Verordnungen erlassen werden! Dass immer noch mehr Leserbriefe im Weserkurier erscheinen, in denen die Leinenpflicht gefordert wird. Und das letztlich völlig zu recht, wenn man sich dieses völlig verpeilte und rücksichtslose Benehmen anschaut.

Lucette haben wir verarztet. Sie hat verschiedene Schmerzmittel und Antibiotika bekommen, die Wunden habe ich gesäubert und wo es Sinn macht geklammert. Der Rest muss so abheilen. Das wird hoffentlich - wenn sie denn morgen noch lebt und keine inneren Verletzungen hat. Es kotzt mich an. Habt Ihr schon mal ein kleines Zicklein stöhnen und jammern gehört? Ne? Bei youtube gibt es ein kurzes Video zu Lucette.

Für Hinweise, die uns zu diesem unverantwortlichen Pack führen, haben wir eine Belohnung ausgesetzt.