hazardJetzt haben wir Gewissheit: Die Aschewolken von Arcelor Mittal, die im März mehrfach unsere Weiden und Tiere eingesaut hatten, enthalten wenigstens keine direkten Schadstoffe wie Blei, Cadmium oder Quecksilber. Allerdings bereitet unseren Tieren der allgemein sehr hohe Eisen- und Mangangehalt in Pflanzen und Wasser Probleme. In diesem Artikel erläutere ich kurz die physiologischen Zusammenhänge.

GaumenspalteDie wichtigen Spurenelemente Eisen, Kupfer und Zink konkurrieren im Darm der Wiederkäuer um die Aufnahme in den Körper: Ist von dem einen zuviel in der Nahrung, verdrängt es die anderen Elemente von dem Transportmechanismus. In der Folge kommt es zu einem Mangel, in unserem Fall einem Mangel an Kupfer und Zink. Dieser äußert sich in schlechtem Wachstum und Anfälligkeit für Krankheiten, insbesondere kommt es aber zu Hautproblemen. Weibliche Ziegen werden nicht tragend, oder der Mangel während der Trächtigkeit führt zu Aborten und Missbildungen. Hier einige Bilder zu den auftretenden Erkrankungen.

Beheben können wir das Problem, indem wir entsprechend zusätzliches Kupfer geben. Das wiederum ist nicht ohne Risiko, da Ziegen auch leicht eine Kupfervergiftung bekommen können. Daher bestimmen wir den Kupferspiegel regelmässig in einer Leberprobe von Schlachttieren. Das liefert uns einen guten Hinweis auf den Status der Herde. Kostenlos ist das natürlich nicht.

Der zweite wichtige Punkt ist die Verringerung der Eisenaufnahme. Das Weidegras und das Heu können wir nicht weglassen, aber wir haben die Wasserversorgung von Graben- auf Trinkwasser umgestellt und das hat wirklich einen sehr deutlichen Effekt gehabt. Natürlich bedeutet auch das zusätzliche Kosten und Arbeitszeit. aber es ist die Mühe wert und die Probleme sind behoben. Wollen wir hoffen, dass auch Arcelors Problemlösungen dann irgendwann greifen und die Abwehungen tatsächlich reduziert werden!


cu missbildung  Hyydrocephalus  cu zinkmangel